GUIDE Normen & Piktogramme

Alle Informationen zu Normen und Piktogrammen für den Handschutz auf einem Blick

geringe & mechanische Risiken

EN 420:2003 und A1 2009
minimale Risiken
Informationsbroschüre
beachten, allgemeine
Anforderungen und
Prüfverfahren

EN ISO 388:2016 
Schutzhandschuhe gegen
mechanische Risiken mit
Schnitttestverfahren
EN ISO 13997-TDM


chemische Risiken

EN ISO 374-1:2016 
EN ISO 374-1/Typ A
UVWXYZ
Schutz gegen Penetration
– vollwertig, mind. 6 Chemikalien –

EN ISO 374-1:2016 
EN ISO 374-1/Typ B
XYZ
Schutz gegen Penetration
– vollwertig, mind. 3 Chemikalien –

EN ISO 374-1:2016 
EN ISO 374-1/Typ C
Schutz gegen Penetration
– vollwertig, mind. 1 Chemikalie –

EN ISO 374-5:2016 
EN ISO 374-5
Schutz gegen Penetration
– Mikroorganismen –

EN ISO 374-5:2016 
EN ISO 374-5/Viren
Schutz gegen Penetration
Prüfung nach ISO 16604:2004
– Mikroorganismen und Viren –


thermische Risiken

EN 407:2004 
Schutz gegen
thermische Risiken
– Hitze und/oder Feuer –

EN 12477:2002 + A1:2005 
Schutzhandschuhe für Schweißer
Typ A: große Fingerfertigkeit
Typ B: für alle anderen Schweißverfahren

EN 511:2006 
Schutz gegen
thermische Risiken
– Kälte –


sonstige Risiken

Verordnung 1935/2004/EG
Kontakt mit Lebensmittel

EN 455-1:2002
medizinische
Einweghandschuhe gem.
Richtlinie 93/42 EWG

EN 421 
Schutz gegen ionisierende
Strahlung und radioaktive
Kontamination
Der Handschuh muss einen Bleianteil enthalten und mit der adäquaten Bleimenge gekennzeichnet sein.

EN IEC 61340-5-1:2007
ESD – Electro-Static-Discharge
Kontrollprogramm gegen
elektrostatische Entladung

EN 1149:5
Schutz vor statischer
Elektrizität

EN 60903:2013 
Schutz vor elektrischen Risiken,
isolierende Schutzhandschuhe
für Arbeiten unter elektrischer Spannung

EN 16350:2014
Schutzhandchuhe – 
elektrostatische Eigenschaften
Sollwert für den Durchgangswiderstand von ableitfähigen Handschuhen: RV < 1,0 x 108 Ohm.

EN 10819:2013
Schutz gegen Vibration

EN 1082-1:1997
Schutzhandschuhe und
Armschutz gegen Schnitt- und
Stichverletzungen durch
Handmesser

EN 381-7:1999
Schutzhandschuhe für
Benutzer handgeführter
Kettensägen


mechanische Gefahren EN 388:2016
Rating
a) Abriebfestigkeit0 – 4
b) Schnittresistenz /EN ISO 13997A – F
c) Reißresistenz0 – 4
d) Durchstichresistenz
(detailierte Ausführung Seite 12-13)
0 – 4
e) StoßeinwirkungP / –

Chemische Gefahren, Viren und
Mikroorganismen EN 374-1 und 374-5
Rating
EH 374-1 Chemische GefahrenTyp A
Typ B
Typ C
EN 374-5 Mikroorganismen und Viren
Thermische Gefahren (Hitze und
oder Feuer) EN 407
Rating
a) Brennverhalten0 – 4
b) Kontakthitze0 – 4
c) Konvektionshitze0 – 4
d) Strahlungshitze0 – 4
e) kleine Spritzer geschmolzenen Metalls0 – 4
f) große Spritzer geschmolzenen Metalls0 – 4

Kälteschutz EN 511
Rating
a) Resistenz gegen Konvektionskälte0 – 4
b) Resistenz gegen Kontaktkälte0 – 4
c) Wasserdurchlässigkeit0 – 1

Nadelstichresistenz (Prüfnorm ASTM F2878)

Um Resistenz gegen den Durchstich eines Nadelstichs festzustellen, kann eine Kanüle der Stärke 25 G (Gauge) verwendet werden.


Gauge (engl. Nadel)

Gibt die Anzahl der Wirk-/Stricknadeln pro Inch auf einer Wirk-/Strickmaschine an:

Viele kleine Nadeln = hohe Zahl = dünnes Garn = dünne Handschuhe.

Standardmässige Arbeitshandschuhe haben eine 15er Gauge, dickere Arbeitshandschuhe eine 10er oder 13er Gauge. In jüngster Zeit werden immer mehr feine Handschuhe angeboten, diese haben eine 18er Gauge.


Kontakt mit Lebensmitteln

Artikel bzw. Materialien die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, dürfen diese nicht mit gefährlichen Stoffen verunreinigen. Die Verordnung 1935/2004/EG regelt die Anforderungen an die Rückverfolgbarkeit und Identifizierung in der gesamten Produktionskette. Diese Produkte müssen mit dem Glas/Gabel-Symbol gekennzeichnet sein.

Die Handschuhe werden gemäß der Verordnung (EG) 20023/2006 der Kommission über die gute Herstellungspraxis (GMP) hergestellt, die Anforderungen an das Qualitätssicherungssystem des Herstellers für Gegenstände vorsieht, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen sollen.

Schutzhandschuhe mit Glas/Gabel-Symbol erfüllen die oben genannten Anforderungen und können in Kontakt mit Lebensmitteln verwendet werden. Für welche Art von Lebensmitteln sie geeignet sind wird in der Gebrauchsanweisung angegeben, welche den Handschuhen beiliegt.


REACH

REACH ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Sie ist seit 2007 in Kraft und soll ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und die Umwelt sicherstellen. Sie soll gleichzeitig den freien Verkehr von Chemikalien auf dem Binnenmarkt gewährleisten
und Wettbewerbsfähigkeit und Innovation fördern. REACH beruht auf dem Grundsatz, dass Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender die Verantwortung für ihre Chemikalien übernehmen: Sie müssen sicherstellen, dass Chemikalien, die sie herstellen und in Verkehr bringen, sicher verwendet werden.

Das Kürzel „REACH“ leitet sich aus dem englischen Titel der Verordnung ab:

Regulation concerning the Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of CHemicals.

Die REACH-Verordnung gilt als eines der strengsten Chemikaliengesetze der Welt

Schutz vor mechanischen Risiken (EN 388:2003)

Dieses Piktogramm zeigt, dass der Handschuh zum Schutz gegen mechanische Gefahren bestimmt ist. Um mit diesem Piktogramm gekennzeichnet zu werden, muss er gemäß dem Standard EN 388 geprüft und von einer eingetragenen Prüfstelle zugelassen werden. Hier wird der Handschuh auf Abrieb-, Schnitt- und Weiterreißfestigkeit und auf die Durchstichfestigkeit geprüft. Diese Eigenschaften wurden gewählt um die Wirklichkeit zu simulieren. Nach der Prüfung erhält der Handschuh einen Wert für eine Leistungsstufe für jede einzelne der genannten mechanischen Gefahren. Dieser Wert besteht aus den Ziffern 0-5, wobei 0 bedeutet, dass der Handschuh die Mindestanforderungen nicht erfüllt. Die besten Werte sind 4 oder 5. Der Handschuh wird mit den Ziffern der bei der Prüfung erreichten Werte gekennzeichnet. Der Zifferncode wird neben dem Piktogramm angebracht. Das Schutzvermögen des Handschuhs
gegen verschiedene mechanische Gefahren wird auf folgende Weise geprüft:

Abriebfestigkeit:

Das Handschuhmaterial wird mittels Schleifpapier unter Druck auf Abrieb geprüft. Man misst die Anzahl der Zyklen die erforderlich sind, um ein Loch in das Material zu schleifen. Die kleinste Leistungsstufe (1) entspricht 100 Zyklen, die höchste Leistungsstufe (4) 8.000 Zyklen.

Schnittschutz EN 388:2016 – :

Enthalten die Handschuhe ein Material das beim Schnitttest zum Abstumpfen der Klinge führt (Hochleistungs-Schnittschutzmaterialien wie z.B. Glas- und Stahlfasern), muss die EN 388 durch die ISO 13997-TDM 100 ergänzt werden. Dies wird in den Prüfverfahren der EN 388 festgelegt und hängt von der Anzahl der Zyklen ab, die das Material braucht, bis die Klinge stumpf wird. Ist der Schnittschutz so hoch, dass die ISO 13997 anzuwenden ist, wird diese Methode für den Schnittschutz der Handschuhe ausschlaggebend. Dazu bewegt sich eine lange, gerade Klinge einmalig über den Prüfling. Dabei wird die minimale Kraft zum Durchschnitt des Prüflings nach 20 mm bestimmt. Das Prüfergebnis wird in Newton angegeben. Die Leistungsstufe wird mithilfe eines Buchstabens und eines Piktogramms für die EN 388 dargestellt. Zum Beispiel 3X43C (der Buchstabe gibt die Schnittschutzklasse gemäß ISO 13997 an). Die Schnittfestigkeit nach Coupe-Test kann mit 0-5 angegeben werden oder mit X (= nicht getestet). Der Test kann auch bei Handschuhen durchgeführt werden deren Klingen nicht abstumpfen.

Reißfestigkeit:

Das Handschuhmaterial wird eingeschnitten. Danach misst man welche Kraft erforderlich ist, um das Material zu zerreißen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 75 Newton entspricht. Das Handschuhmaterial wird eingeschnitten. Danach misst man welche Kraft erforderlich ist, um das Material zu zerreißen. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was einer Kraft von 75 Newton entspricht.

Durchstichresistenz (Prüfnorm EN 388)

Durchstichresistenz wird als die Kraft gemessen die benötigt wird, um durch Handschuhproben mit einer genormten Durchstichnadel durchzubrechen. Das Design dieser Nadel ist vergleichbar mit dem eines großen Nagels.

Leistungsniveau:1234
Durchstichkraft (N):2060100150

EN 388:2016 / EN ISO 13997 TDM Schnittverfahren

Die EN388:2003 war die geltende Norm für Schutzhandschuhe in Europa. Mitte 2016 wurde diese Norm überarbeitet um vor allem ein realistischeres Bild des jeweiligen Schnittschutzes bereit zu stellen. Diese Überarbeitung der EN 388 bringt folgende Veränderungen mit sich:

Schnittschutz EN 388:2016 -… :

Enthalten die Handschuhe ein Material das beim Schnitttest zum Abstumpfen der Klinge führt (Hochleistungs-Schnittschutzmaterialien wie z.B. Glas- und Stahlfasern), muss die EN 388 durch die ISO 13997-TDM 100 ergänzt werden. Dies wird in den Prüfverfahren der EN 388 festgelegt und hängt von der Anzahl der Zyklen ab, die das Material braucht, bis die Klinge stumpf wird. Ist der Schnittschutz so hoch, dass die ISO 13997 anzuwenden ist, wird diese Methode für den Schnittschutz der Handschuhe ausschlaggebend. Dazu bewegt sich eine lange, gerade Klinge einmalig über den Prüfling. Dabei wird die minimale Kraft zum Durchschnitt des Prüflings nach 20 mm bestimmt. Das Prüfergebnis wird in Newton angegeben. Die Leistungsstufe wird mithilfe eines Buchstabens und eines Piktogramms für die EN 388 dargestellt. Zum Beispiel 3X43C (der Buchstabe gibt die Schnittschutzklasse gemäß ISO 13997 an). Die Schnittfestigkeit nach Coupe-Test kann mit 0-5 angegeben werden oder mit X (= nicht getestet). Der Test kann auch bei Handschuhen durchgeführt werden deren Klingen nicht abstumpfen.

Abrieb/Verschleiß:

Die Neuregelung der EN 388 wirkt sich zudem auf den Abrieb/Verschleiß der Handschuhe (1. Zahl im Piktogramm) aus. Die Änderung betrifft nur Handschuhe mit mehrschichtig konstruierter Handfläche. Die Klassifizierung basiert auf der Anzahl der Zyklen des stärksten Materials, d.h. nicht unbedingt des Außenmaterials. Jetzt werden alle Materialien addiert. Der Abriebtest wurde verbessert durch die Verwendung eines anderen Schleifpapieres.

Stoßeinwirkungen EN 13594:2015, 5 Joule Prüfenergie:

Handschuhe mit bestandener Schlagschutzprüfung sind mit dem Buchstaben P gekennzeichnet.

Schutzhandschuhe gegen gefährliche Chemikalien und Mikroorganismen EN ISO 374-1:2016

Chemikalien können sowohl die persönliche Gesundheit als auch die Umwelt ernsthaft schädigen. Chemikalien mit bekannten Eigenschaften können beim Mischen zu unerwarteten Reaktionen führen. Die Norm EN ISO 374-1:2016 enthält Anweisungen, wie der Abbau und die Permeation von 18 Chemikalien getestet werden können, gibt jedoch nicht die tatsächliche Schutzdauer während der Einsatzzeit am Arbeitsplatz und die Unterschiede zwischen der reinen Chemikalie und einer Mischungen von Chemikalien wieder.

Die Norm EN ISO 374-1:2016 legt die Anforderungen an einen Handschuh zum Schutz vor gefährlichen Chemikalien und Mikroorganismen fest. Die wesentlichen Neuerungen sind:

  • Erweiterung von 12 auf 18 Prüfchemikalien
  • Wegfall des Piktogramms „Becherglas“ für wasserfeste Schutzhandschuhe mit geringem Schutz gegen chemische Gefahren
  • Typisierung in A, B oder C
  • Änderung der Kennzeichnung auf dem Produkt:
  • Piktogramm mit Erlenmeyerkolben mit Angabe der Prüfchemikalien

Permeation

Permeation ist die molekulare Durchdringung durch das Schutzhandschuhmaterial. Die Durchbruchzeit wird hier ausgewertet und die Schutzhandschuhe müssen folgende Durchbruchzeiten erfüllen:

Dichtheit EN 374-2
Typ A – 30 Minuten (Stufe 2) gegen mindestens 6 Prüfsubstanzen (EN 16523)
Typ B – 30 Minuten (Stufe 2) gegen mindestens 3 Prüfsubstanzen (EN 16523)
Typ C – 10 Minuten (Stufe 1) gegen mindestens 1 Prüfsubstanz (EN 16523)

TYPE A

   EN ISO 374-1
   Type A
   ABCDEF

TYPE B

   EN ISO 374-1
   Type B
   ABC

TYPE C

   EN ISO 374-1
   Type C

Die dritte Zeile im Piktogramm für Typ A und B gibt an, gegen welche Chemikalien in der folgenden Tabelle der Handschuh Schutz bietet. Typ C hat keine dritte Reihe und hält 1 Chemikalie nur für kurze Zeit stand.


Mikroorganismen und Viren

Diese Handschuhe müssen die Dichtheitsprüfung nach EN 374-2:2014 erfüllen. Die Möglichkeit, Schutz vor dem Virus zu beanspruchen, wurde hinzugefügt, wenn der Handschuh den ISO 16604-Test: 2004 (Methode B) besteht.

EN ISO 375-5

für Handschuhe zum Schutz vor Bakterien und Pilzen

EN ISO 375-5

VIREN

für Handschuhe zum Schutz vor Bakterien und Pilzen


Erweiterung der Prüfchemikalien:

Der Prüfkatalog lt. neuer Norm wurde erweitert:

Die Testchemikalien sind in der obenstehenden Tabelle aufgeführt. Alle 18 Chemikalien müssen gemäß EN16523-1: 2015 auf Permeation geprüft werden.

Eine Zusammenfassung der Anforderungen für verschiedene Schutzstufen ist in der obigen Tabelle aufgeführt. Jedoch kommt der Anwendungsberatung eine große Bedeutung zu. Der konkrete Schutz muss im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung der tatsächlichen Tätigkeiten an den Arbeitsplätzen und unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen der Anwender beurteilt werden. Das bedeutet, die zuständigen Arbeitssicherheitsexperten müssen die konkrete Schutzleistung der Schutzhandschuhe beim Hersteller oder beim Fachhändler erfragen.


Penetration

Chemikalien können durch Löcher und andere Defekte im Handschuhmaterial eindringen. Um einen Handschuh zu sichern der als chemischer Schutzhandschuh zugelassen werden soll, darf der Handschuh bei der Prüfung nach Penetration weder Wasser noch Luft auslaufen lassen. Für alle Klassifizierungen nach EN ISO 374-1:2016 wird der Penetrationsschutz erfüllt.


Degration

Das Handschuhmaterial kann durch chemischen Kontakt negativ in den Eigenschaften beeinflusst werden. Die Schutzhandschuhe können hierbei Ihre Form verlieren und quellen, klebrig werden oder verspröden. Durch diese Materialveränderung können die Schutzhandschuhe unbrauchbar werden. Die Abbaubarkeit ist für jede Chemikalie gemäß EN374-4: 2013 zu bestimmen. Das Verschlechterungsergebnis in Prozent (%) muss in der Benutzeranweisung angegeben werden.

Hitzeschutz DIN EN 407
Handschuhe zum Schutz vor thermischen Gefahren (Wärme und Hitze)

Der Standard betrifft die Prüfung von Schutzhandschuhen gegen thermische Gefahren. Diese Gefahren bestehen vor allen Dingen aus Kontakt mit großer Hitze, verursacht durch Entflammen, Strahlung oder auf andere Weise. Die Handschuhe sollen auch gegen Spritzer von geschmolzenem Metall schützen. Handschuhe, die mit diesem Piktogramm gekennzeichnet sind, schützen gegen thermische Gefahren. Wogegen der Handschuh schützt und bis zu welcher Leistungsstufe (1-4), steht neben dem Piktogramm. Die Handschuhe sollen mindestens die Leistungsstufe 1 für Abriebfestigkeit und Weiterreißfestigkeit gemäß EN 388 erreichen.

Die Prüfung beinhaltet:

1. Zahl – Schutz vor Entzündung (Brennverhalten)
Hier wird die Zeit gemessen, die das Handschuhmaterial braucht bis es aufhört zu brennen und zu glühen, nachdem es 15 Sekunden lang einer Gasfl amme ausgesetzt war. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was eine Nachbrennzeit von höchstens 2 Sekunden oder eine Nachglühzeit von höchstens 5 Sekunden bedeutet. Wenn die Gefahr besteht, dass der Handschuh in Kontakt mit offenem Feuer kommt, muss er die Leistungsstufe 3 erfüllen. Die Naht darf sich nach einer Beflammungszeit von 15 Sekunden im beflammten Bereich nicht öffnen.

2. Zahl – Schutz vor Kontaktwärme
Man misst die Temperatur (100–500°C), gegen die der Handschuh 15 Sekunden lang schützt, ohne dass die Innenseite mehr als 10°C wärmer wird. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was bedeutet, dass der Handschuh 500°C aushält.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=”1/3″][vc_column_text]3. Zahl – Schutz vor Konvektionswärme (= allmählich durchdringende Wärme)
Der Schutz beinhaltet, wie lange der Handschuh das Eindringen von Wärme von offenem Feuer verzögern kann, bis die Temperatur auf der Innenseite um 24°C steigt. Die höchste Leistungsstufe ist 4.

4. Zahl – Schutz vor Strahlungswärme
Der Handschuh wird Wärmestrahlung ausgesetzt. Man misst die Zeit die vergeht, bis eine gewisse Wärmemenge eingedrungen ist. Die höchste Leistungsstufe ist 4 was bedeutet, dass der Handschuh mindestens 150 Sekunden lang schützt.

5. Zahl- Schutz vor Tropfen von geschmolzenem Metall
Hier misst man wie viele Tropfen geschmolzenen Metalls erforderlich sind, um die Temperatur zwischen Handschuhmaterial und Haut um 40°C zu erhöhen. Höchste Leistungsstufe ist 4, was für 35 Tropfen oder mehr steht.

6. Zahl – Schutz vor geschmolzenem Metall
Die Prüfung zeigt, wieviel Gramm geschmolzenen Eisens erforderlich ist um eine künstliche Haut aus PVC zu beschädigen, die auf der Innenseite des Handschuhmaterials befestigt wurde. Die höchste Leistungsstufe ist 4, was gleichbedeutend ist mit 200 Gramm flüssigen Metalls.

Leistungsstufen:
1, 2, 3 und 4
(1 ist die niedrigste Leistungsstufe)


Schweißbereiche DIN EN 12477

Das Ausmaß und die Art der Gefährdung von Schweißern ist abhängig vom Schweißverfahren, welches die Anforderungen an Schutzhandschuhe definiert. Die verschiedenen manuellen Schweißprozesse sind umfassend in der ISO 857- 1: 2002 „Welding and allied processes — Vocabulary — Part 1: Metal welding processes“ beschrieben.

Schweißer-Schutzhandschuhe sollen die Hände und Handgelenke während des Schweißvorgangs vor folgenden Gefährdungen schützen:

  • kleine Spritzer geschmolzenen Metalls
  • kurzer Kontakt mit beschränkter Flammeneinwirkung
  • konvektive Wärme / Kontaktwärme
  • UV-Strahlen vom Lichtbogen
  • mechanische Belastungen

Je nach Anforderungen werden Schutzhandschuhe für Schweißer in zwei Ausführungen unterteilt:

  • Ausführung A: geringe Fingerfertigkeit (mit hohen anderen Anforderungen)
  • Ausführung B: hohe Fingerfertigkeit (mit geringen anderen Anforderungen)

Schweißer-Schutzhandschuhe werden nach DIN EN 12477 geprüft.

EN 511 – Schutzhandschuhe gegen Kälte

Konvektive Kälte

wird getestet durch Messung der benötigten Leistung, um an einem aufgeheizten Handmodell eine konstante Temperatur aufrecht zu erhalten. Getestet wird unter gleichmäßigen Bedingungen in der Atmosphäre eines klimatisierten Raumes. Das Handschuhmodell wird in der Regel zwischen 30°C und 35°C aufgeheizt. Die resultierende Wärmedämmung (ITR) wird ermittelt unter Verwendung der Temperatur des Handmodells, der klimatischen Raumtemperatur und dem Stromverbrauch des erwärmten Handmodells, um die konstante Temperatur aufrecht zu erhalten.

Kontaktkälte

wird gemäß ISO 5085-1:1989 getestet. Der thermische Widerstand (R) wird ermittelt, in dem ein Handschuhmuster in einem Gehäuse mit Ventilator auf eine erhitzte Platte gelegt wird. Eine weitere abgekühlte Metallplatte wird auf dem Handschuhmuster platziert. Der Ventilator bläst Luft hinter die Konstruktion, was einen kühlenden Effekt an der kalten Platte zur Folge hat. Der Temperaturgradient jeder Seite des Handschuhmodells wird mit dem Temperaturgradienten eines Referenzmodells gemessen und verglichen, was weder erhitzt, noch gekühlt wird. Die thermische Isolierung wird errechnet, aus dem bekannten thermischen Widerstand des Referenzmodells und den gemessenen Temperaturgradienten.

Wasserundurchlässigkeit

wird gemäß EN ISO 15383 getestet. Innerhalb der ersten 30 Minuten nach Testbeginn darf kein Wasser eindringen, was ein wesentlicher Grund für ein Scheitern wäre.

Die Norm hat Gültigkeit für einen Schutz der Hand gegen Konvektions- und Kontaktkälte bis –50°C.

Definition des Piktogramms mit 3 Zahlen:

1. Zahl = Konvektionskälte:thermische Isolationseigenschaft, die durch eine Konvektionsübertragung von Kälte gemessen wird
– Leistungsstufe 0 – 4
2. Zahl = Kontaktkälte:thermische Festigkeit in direktem Kontakt mit einem kalten Gegenstand
– Leistungsstufe 0 – 4
3. Zahl = von Wasser in 30 Minuten: 0 = Wasserpenetration nach 30 Belastungsminuten /
1 = keine Wasserpenetration

PSA-Richtline wird PSA-Verordnung

Die PSA-Verordnung (EU) 2015/425 ist am 21. April 2016 in Kraft getreten. Innerhalb von 2 Jahren sollen die Veränderungen umgesetzt sein und die PSA-Verordnung greift endgültig. In dem Übergangszeitraum gilt weiterhin die PSA-Richtlinie. Beachten Sie auch die Überarbeitung der Verordnung (EU) 2016/425 des europäischen Parlaments und des Rates vom 9. März 2016 über persönliche Schutzausrüstung.

PSA-Verordnung

Anforderungen an den Verkauf von Schutzhandschuhen
(gemäß der Grundanforderungen des Standards EN 420)

  • Jedes Paar muss folgendes erfüllen:
  • CE-Kennzeichnung, Mindest-Schrifthöhe 5 mm
  • Name des Herstellers oder Markenname, z.B. GUIDE
  • Modell-ID (z.B. Modellname, Artikelnummer)
  • Größenangabe
  • Piktogramm einschließlich Schutzstufe (EN 388, EN 511, EN 407, EN 374 u.a.) bei einem Handschuh der Kategoie II oder III
  • NEU! Jeder kleinsten Verkaufseinheit muss eine Gebrauchsanweisung auf Deutsch beiliegen die folgende Informationen enthält:
    • Name und Adresse des Herstellers
    • Modell-ID
    • Information über verfügbare Größen
    • Aufbewahrung, Anwendung, Reinigung u.a.
    • Die Piktogramme einschl. Schutzstufe für die der Handschuh geprüft ist und die auf dem Handschuh angegeben sind
    • Erklärung zu den EN-Standards nach denen der Handschuh geprüft ist
    • Name, Adresse und ID-Nummer der benannten Stelle die das Zertifikat ausgestellt hat (Kategorie II oder III)
    • Internetadresse unter der die EU-Konformitätserklärung zu finden ist

Für Kategorie I besteht keine Piktogramm-Vorgabe. Dokumente müssen nicht von einer unabhängigen, benannten Zertifizierungsstelle geprüft und genehmigt werden. Sämtliche Schutzhandschuhe müssen EN 420 erfüllen, das gilt auch für die Kategorie I.

Um persönliche Schutzausrüstung der Kategorie II und III verkaufen zu dürfen, muss der Hersteller das Produkt zertifizieren lassen. Um das Zertifikat zu erhalten, muss das Produkt die gestellten Sicherheitsanforderungen erfüllen und mit der korrekten Kennzeichnung und den korrekten Informationen versehen sein. Die oben genannten Dokumente müssen zusammen mit einem Baumuster und einem Antrag bei einer benannten Prüfstelle eingereicht werden.

Für vollständige Informationen über die Pflichten des Vertriebsunternehmens sowie den Umfang der Produktkennzeichnung und beiliegende Informationen verweisen wir auf Artikel 11 der PSA-Verordnung sowie auf Punkt 1.4 in Anhang II.

Alle Konformitätserklärungen und die Gebrauchsanweisungen finden Sie im Internet unter: www.guidegloves.com.

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